Ein bisschen verschlafen – Tag 10

Nachdem ich gestern ein wenig Schwierigkeiten damit hatte, so lange wach zu bleiben hatte ich heute Probleme damit, überhaupt aus dem Bett zu kommen. Genauer gesagt habe ich einfach bi 7:00 Uhr geschlafen und dann entsetzt beim Blick auf die Uhr festgestellt, wie spät es irgendwie geworden ist.

Gestern Abend konnte ich einfach lange nicht einschlafen, weil mir so viele Dinge im Kopf herumgegeistert sind und ich mein Gehirn nicht davon überzeugen konnte, zu schlafen. Das habe ich heute morgen auch deutlich gespürt und ich kann euch sagen, dass mir diese zusätzliche Zeit morgens schmerzlich gefehlt hat. Gemütlich frühstücken und Hausaufgaben machen? Eher weniger. Duschen und langsam wach werden war auch nicht drin, eher in Rekordzeit etwas anziehen und den Schulpack packen, dessen Inhalt über meinen Schreibtisch verteilt war, weil ich ja heute Morgen eigentlich noch Hausaufgaben machen und diverse Dinge erledigen wollte. In der Schule heute war ich dementsprechend unvorbereitet und meine Lektion habe ich gelernt: Liegen bleiben ist nicht. Für morgen habe ich also meinen Wecker gestellt und diesen Fehler werde ich auf keinen Fall noch einmal machen.

Nachdem ich festgestellt habe, dass sich dieses Experiment zunehmender Beliebtheit erfreut bin ich am Überlegen, wie ich euch die Dinge noch anschaulicher zeigen kann. Ich schwanke momentan zwischen einem kleinen Videotagebuch oder eben teilweise detaillierteren Beschreibungen meines Morgens. Lasst es mich wissen wenn ihr noch andere Ideen oder eventuell auch Fragen habt. 😀

Advertisements

Warum wir Feminismus brauchen und was das mit Im-Dunkeln-Joggen zu tun hat

Immer mehr Leute fragen mich, warum ich denn überhaupt noch Feministin bin, wenn in Deutschland doch eigentlich alle gleichberechtigt sind – so steht es zumindest in der Verfassung.

Gestern Abend war ich Joggen und habe mich ein bisschen in der Zeit vertan, jedenfalls wurde es sehr viel schneller dunkler, als ich zunächst angenommen hatte. Normalerweise laufe ich immer an einem Fluss entlang, weil ich keine Lust habe durch die Stadt zu rennen. Der Nachteil daran ist, dass dort nie viele Menschen unterwegs sind und es natürlich keine Beleuchtung gibt.
Gestern kamen mir einige Menschen entgegen, die alle im Dunkeln nur noch als Schemen erkennbar waren und während ich dort in der Dunkelheit vor mich hin lief schwenkten meine Gedanken unweigerlich zu all den Geschichten, die man immer wieder hört und speziell zu den Dingen, die schon bei uns in der Stadt passiert sind.
Deswegen habe ich mich unweigerlich jedes einzelne Mal, wenn ich eine neue Person auf mich zukommen sah verkrampft und mich erst wieder entspannt, als ich diese entweder als Frau (was nur eine von sieben Personen war) identifiziert hatte oder ich an ihr vorbeigelaufen war. Die Warnungen meiner Mutter „Lauf nicht alleine da hinten, du weißt, was da schon alles passiert ist“ und „Im Dunkeln kannst du auf keinen Fall alleine joggen, wer weiß was da für Menschen unterwegs sind“ hallten mir nur allzu deutlich im Kopf wieder und ich glaube ich habe für diese Strecke einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt, auch wenn ich davor circa zwei Monate Pause hatte, einfach weil ich so viel Angst hatte, dass ich nur noch so schnell wie möglich nach Hause wollte.

Ich will nicht die Mutter sein, die ihren Töchtern eventuell mal beibringen wird „Geh nicht nachts alleine nach Hause“ und „Geh nicht im Dunkeln Joggen“ weil ich Angst habe, dass ihnen etwas zustoßen könnte. Dieses Beispiel ist noch weit entfernt in der Zukunft, aber auch jetzt möchte ich nicht diejenige sein, die andere Freundinnen fragt, ob sie abgeholt werden, oder ob man sie begleiten soll und die unbedingt daran erinnert, dass man sich melden sollte, wenn man zuhause angekommen war. Ich bin aber leider genau diese Freundin, die genau diese Sätze immer und immer wieder wiederholt.

Weil ich mich nicht unbedingt sicher fühle, wenn ich alleine im Dunkeln unterwegs bin. Weil ich mich nicht wohl fühle, wenn ich mit Rock abends mit dem Board nach Hause fahre und weil ich mich nicht sicher fühle, alleine in abgelegenen Gegenden Joggen zu gehen.

Zum einen liegt das daran, dass die Vergewaltigungsrate unter Frauen höher ist als unter Männern, auch wenn die Dunkelziffer bei ihnen vermutlich höher ist, da das leider immer noch ein Tabuthema ist. Auch hier ist immer noch ein Problem, das Opfer oft für ihre Vergewaltigung verantwortlich gemacht werden, z.B mit den Fragen danach, was sie anhatten oder wie viel sie getrunken hatten. Zum anderen werden aber Männer öfters auf der Straße Opfer von Gewalt (aber Achtung, auch hier Gewalt durch andere Männer) aber trotzdem bringen wir nicht unseren Söhnen und Brüdern und Mitschülern bei, sie sollen nachts auf sich aufpassen, sondern den Mädchen, sie sollen ja nicht alleine unterwegs sein.

Irgendwas läuft also definitiv falsch und es sollte sich dringend ändern. Wir sollten Mädchen beibringen, keine Angst zu haben. Damit sie endlich aus diesem Angstdenken herauskommen. Aber wir können natürlich nicht die nächste Generation nicht ins kalte Wasser werfen und sagen „macht mal“ auch wenn wir selbst es nicht einmal hinbekommen haben.

Was ich für mich aus dieser einen abendlichen Joggingrunde gelernt habe? Dass ich es wieder machen muss. So lange, bis ich keine Angst mehr habe. Die Welt besteht nicht nur aus bösen Menschen und ich will nicht, dass ich aus dieser Angst meine Freiheit nicht auslebe.

Und trotzdem gehe ich nächste Woche ins Kickboxen zum Probetraining. Denn hilflos will ich mich auch nicht fühlen.

Es ist schwierig, so lange wach zu bleiben, wenn man nichts zu tun hat

Heute war schon mal ein anstrengender Morgen. Nicht weil ich so viel zu tun gehabt hätte sondern eher, weil ich erst um kurz nach 10 in der Schule sein muss.

Es ist schwierig, von 5:30 bis 10:00 Uhr wach zu bleiben, wenn man keine konkrete Beschäftigung oder Ziel vor Augen hat. Für mich konkret hieß das, dass ich zwar früh wie immer aufgestanden bin, gefrühstückt habe, dann ins Bett zurückgekehrt bin und nochmal ein bisschen gedöst habe. Allerdings hatte mein Körper sich wohl zumindest schon ein Stück weit an diesen neuen Schlafrhythmus gewöhnt, ich bin nämlich von alleine um 6:30 Uhr wieder aufgewacht. Danach bin ich dann auch aufgestanden, habe ein paar Hausaufgaben erledigt, den Besuch auf der Buchmesse dieses Jahr geplant (Das lässt mein Bloggerherz höher schlagen, letztes Jahr wollte ich auch schon, aber da hat es leider nicht geklappt) und vermutlich werde ich jetzt nochmal Joggen gehen, auch wenn ich ziemlich Muskelkater von gestern habe – aber irgendwie will ich diese Zeit ja produktiv füllen.

Es ist erst Dienstag, eigentlich sollte ich mir noch keine Gedanken über das Wochenende machen, aber ich tue es trotzdem: Letztes Wochenende habe ich an beiden Tagen ewig geschlafen, was nicht unbedingt dazu beigetragen hat, mich an diesen neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen. Deswegen habe ich überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, auch am Wochenende so früh oder zumindest zu einer ähnlichen Zeit aufzustehen. Hab mich dann auch gleich schlau gemacht und einen Ted Talk sowie Blogposts und Youtube Videos angesehen und gelesen und herausgefunden dass die meisten Menschen, die so früh aufstehen auch am Wochenende höchstens zwei Stunden von ihrer Zeit abweichen. Für mich wäre das also 7:30 Uhr, das klingt noch einigermaßen machbar. Aber mal sehen was die restliche Woche so bringt.

Selbstexperiment Tag 8 – Noch am Leben

Für alle die sich gerade fragen, was genau überhaupt los ist: Ich mache gerade ein Selbstexperiment bei dem ich jeden Tag um 5:30 Uhr aufstehe. Hier gehts zum ersten Post.


Als ich heute in der Schule gefragt habe, ob ich so schlimm aussehe wie ich mich fühle lautete die Antwort „Neee, siehst aus wie immer“ und ich dachte mir nur so: Super, ich sehe also immer aus wie eine lebende Leiche…

Nach vier Stunden Schlaf war ich jedoch fitter als gedacht, Sport und Frühstück sind heute morgen jedoch beides ausgefallen weil ich die gesamte Zeit zum Lernen verwendet habe. Das fehlende Frühstück ist mir dann in der Schule auch schmerzlich bewusst geworden und ich habe daraus die Lektion gelernt, dass ich, wenn ich so früh aufstehe nicht ohne Frühstück in die Schule kann. Den Sport habe ich dann heute nachgeholt, als ich endlich aus der Schule heimkam und dementsprechend müde bin ich jetzt auch, was auch der Grund ist, warum ich heute vermutlich noch deutlich vor 22:00 Uhr ins Bett gehen werde. Morgen wartet mal wieder eine kleine Herausforderung auf mich, meine ersten 3 Stunden fallen aus, d.h. ich müsste erst um 11:15 Uhr in die Schule – Aber nachdem ich ja mein Selbstexperiment weiterführen möchte werde ich trotzdem wie normal aufstehen. Mal sehen ob morgen die Faulheit siegt und ob ich nicht doch wieder im Bett ende oder doch meinen Morgen produktiv nutzen werde…

Übermüdung mit der Aussicht auf noch weniger Schlaf

Nachdem ich schon die letzten Tage wenig geschlafen habe, bzw am Samstag den halben Tag verpennt habe und trotzdem unausgeruht bin hatte ich eigentlich gehofft, heute mal etwas mehr Schlaf zu bekommen.

Die Klausur morgen hat mir da leider einen Strich durch die Rechnung gezogen, jetzt gerade ist es 23:51 Uhr und ich werde vermutlich noch eine Stunde wach bleiben müssen, um zu lernen.

Dementsprechend hält sich meine Motivation, morgen um 5:30 Uhr aufzustehen ziemlich in Grenzen, andererseits bin ich froh über die zusätzliche Zeit, die es mir verschafft. So kann ich morgen früh noch einmal alles wiederholen, gemütlich dabei Tee trinken und hoffentlich noch kurz Sport machen um aufzuwachen. Aber mal sehen, ob mir das gelingt, es kann auch sein, dass ich einfach komplett verschlafe, weil ich so übermüdet bin. (Was ungünstig wäre, da ich die Klausur in den ersten beiden Stunden schreibe.)

Also, drückt mir die Daumen dass ich nicht verschlafe…

Tag 5 + Tag 6 (Nachtrag)

Tag 5 war vor allem eines: lang – heimgekommen bin ich erst um 02:00 Uhr.

Aufgestanden bin ich tatsächlich um 6:00 Uhr nachdem ich davor eine halbe Stunde einfach nur im Bett lag, über mein Leben nachgedacht habe und es einfach genossen habe, Zeit zu haben und keinen Stress. Zur Abwechslung mal war mein Morgen nicht nur davon erfüllt, irgendwelche Hausaufgaben noch zu erledigen sondern ich konnte noch gemütlicher frühstücken als sonst auch und vor der Schule sogar noch in mein Lieblingscafé fahren, um mir dort einen Kaffee für die Schule zu holen. (Natürlich in meinem eigenen Becher, den ich fast immer mitnehme wenn ich plane, Kaffeetrinken zu gehen.)

Nach der Schule musste ich aber noch zum Fotoshooting unseres Theaterensembles das so unfassbar lange gedauert hat (bis 01:45 Uhr) dass ich beinahe dort eingeschlafen wäre. Als ich endlich zu Hause war musste ich mein ziemlich aufwändiges und schwer zu entfernendes Bühnen-Makeup noch irgendwie abschminken, womit ich nochmal fast eine Stunde beschäftigt war, sodass ich erst circa um 03:00 Uhr ins Bett gehen konnte.

Am nächsten Tag natürlich prompt bis 12:30 geschlafen, ich glaube mein Körper hat sich einfach geholt was er gebraucht hat. War natürlich dann dementsprechend mies gelaunt, weil ich den halben Tag verschlafen habe und eigentlich lernen hätte müssen. Das habe ich dann den restlichen Tag und bin mit keinem allzu zufriedenem Gefühl wieder ins Bett gegangen. Gewöhnt hat sich mein Körper bis jetzt ja noch nicht daran, so früh aufzustehen, sonst wäre ich nicht erst so spät aufgewacht…

Ein entspannter Tag (4)

Schlafdauer: 6 Stunden

Heute morgen ist mir das Aufstehen unfassbar schwer gefallen und ich bin tatsächlich bis 6:00 Uhr einfach liegen geblieben, auch wenn ich nicht mehr geschlafen habe.

Eigentlich wollte ich gerade ins Bett gehen und dann ist mir eingefallen, dass ich für heute ja noch gar keinen Blogpost geschrieben habe, dementsprechend bin ich wieder aufgestanden und versuche jetzt wenigstens noch für 20 Minuten wach zu bleiben.

In der Schule heute war ich topfit, nicht müde oder so, den Nachmittag habe ich in der Stadt verbracht, auch ohne k.o zu sein. Gut, ich sehe zwar aus wie ein Vampir weil meine Augenringe schwarzen Löchern ähneln, aber zumindest fühle ich mich bis jetzt nicht so. Abgesehen davon habe ich noch aufgeräumt, die Hausaufgaben habe ich guten Gewissens auf morgen früh verschieben können, weil ich ja mehr als genug Zeit habe, diese morgens zu erledigen.

Morgen wartet aber eine ganz andere Herausforderung auf mich, ich habe nämlich erst eine Stunde später, also um 8:40 Uhr Schule und die Versuchung, einfach eine Stunde länger zu schlafen ist groß. Andererseits wollte ich ja unter der Woche immer um 5:30 Uhr aufstehen und nur am Wochenende ausschlafen und wenn ich so eine Ausnahme mache weiß ich ja gar nicht, ob dieses Frühaufstehen auch für Menschen tauglich ist, die nicht jeden Tag um 8:00 Uhr zur Arbeit oder Schule müssen. Abgesehen davon ist es ja ein Selbstexperiment, und ich will das durchziehen und nicht gleich bei der erstmöglichen Gelegenheit schummeln.

Schweren Herzens habe ich deswegen gerade eben meinen Wecker auf 5:30 Uhr gestellt, und hoffe dass ich morgen nicht im Zeitraum zwischen Aufstehen und Schule in Unproduktivität oder im Bett versinke.